Hintergrund

Die Völkerwanderungszeit, auch Spätantike genannt, ist eine Zeit des Umbruchs.

Roms Glanz ist ermattet, Marionettenkaiser agieren nach der Willkür von einflussreichen Politikern und Militärs. Aus dem Norden und Osten strömen germanische Stämme und Stammesbünde ins Reich. Getrieben von Hunger, Aussicht auf Luxus und Angst vor den Hunnen suchen sie Schutz und eine neue Heimat im Schatten eines längst vergangenen Imperiums. Aus Freunden werden Feinde, aus Feinden werden Freunde. Noch versucht Rom durch intrigante Politik, Bestechung und Gewalt eine Ordnung zu erhalten. Doch der Ansturm der Babaren ist nicht mehr aufzuhalten.

Das römische Reich zerbricht. An allen Ecken und Enden brennt es, Aufstände sind an der Tagesordnung. Die Ordnung zerfällt, mehr und mehr Volksgruppen versuchen in dieser  Situation auf Kosten Roms persönliche Vorteile zu erzielen. Dunkle Wolken ziehen auf als Vorzeichen des baldigen Unterganges …

Die Überreste des Reiches werden von Flavius Aëtius (396 – 454) verteidigt. Er stemmt sich gegen den Verfall und versucht zu retten, was zu retten ist. Ein Gegner nach dem anderen wird gestellt. Mit Hilfe der Hunnen schlägt er die Visigoten 436 bei Arles und besiegt die Truppen Theoderichs I. in der Schlacht bei Narbonne im selben Jahr. Durch geschickte Bündnisse verstärkt er die eigenen Truppen mit ehemaligen Feinden. Die Ordnung ist zwar noch nicht wieder hergestellt, aber die neue römische Stärke festigt die Strukturen des Reiches.

Zwischen 430 und 450 ist eine unruhige Zeit, eine Zeit des Aufbruchs und der Neuordnung, eine Zeit, in der man als Soldat etwas erreichen kann. Wenn man auf den richtigen Mann setzt – und der Mann des Stunde heißt Aëtius. Seine Soldaten sind auf dem Vormarsch …

Aber schon länger sind die Legionen nicht mehr die Legionen früherer Jahrhunderte. Mehr und mehr Auxiliareinheiten werden eingesetzt. Viele Verbände werden nicht mehr aufgefüllt und sind in der Auflösung begriffen, Desertation nimmt zu. Ebenso ändern sich Kampfstil und die Rüstungen.

Schon Vegetius beklagt im späten 4. Jahrhundert den Rückgang der Disziplin. Speziell den germanischen Truppen  mangele es an Gehorsam. „Sie wollen ihre Rüstungen nicht mehr anlegen, da sie zu schwer und unbequem seien“. In seinem Hauptwerk „Epitoma rei militaris“ wird aber auch ein Taktikwechsel erkennbar. Den Nachschub abschneiden, Überfälle und Hinterhalte durch erfahrene Soldaten durchzuführen wird einer offenen Feldschlacht vorgezogen, „für deren Ausgang der Zufall häufig eine größere Rolle spielt, als die Entschlossenheit“ (frei übersetzt).

Ein weiterer großer Taktiker des ausgehenden 4. Jahrhunderts, Ammianus Marcellinus, beschreibt die Vorteile unterschiedlicher Ausrüstungen, die den äußeren Umständen und Einsätzen entsprechend angepaßt werden sollen. In diesem Zusammenhang relativiert sich dann der germanische Unwillen schwere Rüstungen zu tragen.

Die Verteilung der Ausrüstung durch die römische Armee ist mit einer Priorisierung der direkten Kampfverbände, den Comitatensis, verbunden. Andere Einheiten wie die Limitanei müssen sich mit dem begnügen, was übrig bleibt. Somit entspricht die Ausrüstung dieser Grenztruppen nicht dem letzten Schrei und deckt eine größere Zeitspanne ab. Unter anderem finden sich neben dem klassischen Equipment römischer Legionäre deshalb auch stark germanisch beeinflusste Gegenstände, die im räumlichen Umfeld der Stationierung erworben wurden oder aus der Heimat der Söldner stammten.

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